FBA oder FBM? Ein Kostenvergleich
Bei FBA (Versand durch Amazon) schicken Sie Ihre Produkte an ein Logistikzentrum von Amazon; Amazon übernimmt Lagerung, Versand, Rücksendungen und Kundenservice. Bei FBM (Versand durch Händler) bleibt der Bestand bei Ihnen; Verpacken und Versenden erledigen Sie selbst. Beide Modelle sind „richtig“ – die Frage ist, welches bei welchem Produkt mehr Geld übrig lässt.
Die Kostenstrukturen im Vergleich
| Position | FBA | FBM |
|---|---|---|
| Verkaufsgebühr | Ja (je nach Kategorie) | Ja (gleicher Satz) |
| Versand an Kunden | FBA-Gebühr (Größe/Gewicht) | Ihre eigenen Versandkonditionen |
| Transport ins Logistikzentrum | Ja (Versand der Sendung an Amazon) | Entfällt |
| Lagerung | Monatliche Gebühr + Langzeitlagergebühr | Ihr eigenes Lager / zu Hause |
| Verpackung und Arbeitszeit | Übernimmt Amazon | Ihre Zeit oder Ihr Personal |
| Abwicklung von Rücksendungen | Übernimmt Amazon (ggf. kostenpflichtig) | Versand und Abwicklung liegen bei Ihnen |
| Prime-Logo | Automatisch | Nur über Sonderprogramme |
Wann sich FBA lohnt
- Kleine, leichte Produkte: Die FBA-Gebühr bleibt niedrig, und das Prime-Logo steigert die Konversionsrate.
- Schneller Umschlag: Der Bestand liegt nicht lange im Logistikzentrum, daher fressen die Lagergebühren die Marge nicht auf.
- Skalierung: Wer Dutzende Bestellungen am Tag selbst verpackt, stößt bald an die Grenzen der eigenen Zeit – mit Amazon wächst die Abwicklung einfach mit.
Wann sich FBM lohnt
- Große/schwere Produkte: FBA-Gebühr und Lagergebühren schießen schnell in die Höhe; ein selbst ausgehandelter Versandtarif kann dagegen günstig bleiben.
- Langsamdreher: Die Langzeitlagergebühr ist bei FBA ein stiller Margenkiller.
- Geringes Volumen / Testphase: Sie können den Markt testen, ohne Ware an ein Logistikzentrum zu schicken.
Dasselbe Produkt, zwei Modelle: ein Rechenbeispiel
Ein grober Vergleich für ein leichtes Produkt mit einem Verkaufspreis von 39,99 $ und 14 $ Produktkosten:
| Position | FBA | FBM |
|---|---|---|
| Verkaufspreis | +39,99 $ | +39,99 $ |
| Verkaufsgebühr (15 %) | −6,00 $ | −6,00 $ |
| Versand an Kunden | −5,50 $ (FBA-Gebühr) | −8,90 $ (eigener Versand) |
| Transport ins Logistikzentrum | −1,20 $ | – |
| Verpackung/Arbeitszeit | – | −0,60 $ |
| Produktkosten | −14,00 $ | −14,00 $ |
| Nettogewinn | +13,29 $ (33 %) | +10,49 $ (26 %) |
Bei diesem Produkt bleiben mit FBA rund 7 Prozentpunkte mehr Marge – noch bevor man den Effekt des Prime-Logos auf die Abverkaufsrate mitrechnet. Rechnen Sie dasselbe aber für ein sperriges 5-kg-Produkt durch, steigen die FBA-Kosten für Versand und Lagerung, und die Rechnung kippt oft zugunsten von FBM. Entschieden wird pro Produkt, nicht pro Modell.
Checkliste für die Entscheidung
- Ermitteln Sie die FBA-Gebühr für die Größen- und Gewichtsklasse des Produkts.
- Berechnen Sie, was derselbe Versand mit Ihrem eigenen Versanddienstleister kostet (inklusive Verpackung).
- Schätzen Sie die monatliche Abverkaufsrate und rechnen Sie die Lagerdauer ein – verkauft sich das Produkt langsam, vergessen Sie die Langzeitlagergebühr nicht.
- Berücksichtigen Sie die Rücksendequote in beiden Modellen.
- Stellen Sie den Nettogewinn beider Szenarien nebeneinander; die vollständige Rechnung finden Sie im Ratgeber zur Margenberechnung.
Schluss mit dem Rechnen von Hand – sehen Sie Ihre echte Marge automatisch
VeraMargin rechnet Verkaufsgebühren, Versand, Steuern, Rücksendungen und Wechselkurse automatisch in jedes Produkt ein und zeigt, was Ihnen tatsächlich bleibt.
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